Bosch Indego im Test

Rasenmähroboter Bosch Indego
Fotos: Bosch

 

Das deutsche Unternehmen Bosch hat mit dem Indego einen Rasenmäher Roboter im Sortiment, der im Vergleich zu anderen Mährobotern auf ein sehr spezielles Mähsystem namens Logicut zurückgreift. Da wir für sinnvoll klingende Innovationen immer ein offenes Ohr haben, haben wir den autonomen Rasenmäher von Bosch genauer unter die Lupe genommen. Zumindest äußerlich macht der Bosch Indego einen guten und robusten Eindruck – ob er dies auch auf dem Rasen bestätigen kann, erfahren Sie in den nachfolgenden Zeilen.

So mäht der Bosch Indego

Im Gegensatz zur Konkurrenz überlässt der Bosch Indego* auf dem Rasen nichts dem Zufall. Dank seines innovativen Mähsystems „Logicut“ versucht der Rasenmähroboter von der Gartenfläche innerhalb des Begrenzungsdrahtes eine Karte zu erstellen, sodass anschließend in nebeneinanderliegenden Bahnen gemäht wird. In der Theorie benötigt der Indego dadurch eine deutlich geringere Mähzeit, als ein Mähroboter, der querfeldein über den Rasen fährt und zufällig seine Bahnen zieht. In der Praxis jedoch wollte dies nicht ganz so funktionieren, wie es sich die Ingenieure von Bosch wohl vorgestellt haben, dazu mehr unter dem Punkt „Software“.

Probleme traten im Test auch bezüglich der Hinderniserkennung auf. Bei großen Objekten, wie beispielsweise einem Baum, funktionieren die Sensoren einwandfrei – sobald sich allerdings kleinere Hindernisse auf dem Rasen befinden, fährt der Indego auf und bleibt stecken. Die darauf folgende Befreiungsaktion hat ein Anheben des Rasenmäher Roboters zur Folge, was wiederum die Alarmanlage der Diebstahlsicherung auslöst und unter Umständen ziemlich störend sein kann. Mit einer Betriebslautstärke von 75 dB gehört der Bosch Indego sowieso schon zu den lauteren Modellen. Wer sich vor seinen sensiblen Nachbarn fürchtet, der sollte daher von einem Einsatz an Sonn- und Feiertagen sowie in der Nacht absehen.

Zum Thema Regen und Bosch Indego sei gesagt: Es funktioniert, allerdings liegt es in der Natur des nassen Rasens, dass dieser sich vermehrt am Mäher festklebt. Ist der Boden außerdem zu weich, fährt sich der Rasenmäher Roboter schnell einmal fest. Auch das Schnittbild bei Nässe wird nicht an das Aussehen des Rasens bei Trockenheit kommen. Sobald sich im Mähwerk zu viel Grasschnitt befindet, signalisiert dies der Mähroboter mit einem lautstarken Brummen. Spätestens dann sollten Sie den Mäher schnellstmöglich reinigen, sodass die Gefahr einer Lebensdauer-Verminderung des Geräts nicht eintritt.

Sobald der Akku zu Neige geht, sucht der Indego völlig autonom mithilfe des Führungsdrahtes die Aufladestation auf. Das Finden der Ladestation hat der Rasenmähroboter stets problemlos hinbekommen, allerdings tauchten von Zeit zu Zeit immer mal wieder Probleme mit dem Andocken auf. Trat der Fehler auf, verfehlte der Rasenroboter die Stiftkontakte um wenige Millimeter – durch diese Verwirrung drehte er nochmals eine kleine Runde im Garten. Die Umstellung der Signal-ID von 1 auf 2 konnte dieses Problem aber schlussendlich beheben.

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Fotos: Bosch

Ausstattung des Bosch Indego

Der Bosch Indego ist mit einer umfangreichen Zeitprogrammfunktion ausgestattet, die es Ihnen erlaubt, für jeden Tag zwei individuelle Mähzeiten festzulegen. Dadurch ist der Rasenmäher Roboter um einiges flexibler einsetzbar und kann besser an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Die Schnitthöhe lässt sich bequem über einen 10-stufigen Drehregler auf der Oberseite zwischen 20 und 60 Millimeter einstellen.

Des Weiteren wird die standardmäßige Mähspur-Überdeckung von 20 cm bei hohem Gras automatisch reduziert – dies lässt sich vom Nutzer auch manuell regulieren. Die Einstellungen werden mithilfe der sechs Tasten sowie des Displays vorgenommen. Leider fehlt ein zusätzliches Ziffernfeld, das zur Erhöhung der Bedienfreundlichkeit beigetragen hätte – schade.

Sicherheit

In puncto Sicherheit gibt es beim Bosch Indego nicht groß etwas zu sagen. Sowohl ein schnell reagierender Hebesensor als auch ein Messerschnellstopp sind vorhanden. Durch das Anheben des Mähers unterbricht dieser seinen Dienst. Eine Fortsetzung der Arbeit ist in diesem Fall nur durch die Eingabe des zuvor festgelegten PIN-Codes möglich. Oben drauf verfügt der Rasenmähroboter von Bosch auch über einen Diebstahlschutz. Sobald der Indego hochgehoben wird, sperrt sich das Gerät selbstständig und ein Alarm ertönt – eine Entsperrung erfolgt auch hier durch die Eingabe des PIN-Codes.

Software des Bosch Indego

Nun mal abgesehen von den Rechtschreibfehlern, die wir bereits beim kurzen Überblick im Menü des Rasenmäher Roboters gefunden haben, hinterließ die Software im Gesamtpaket alles andere als einen guten Eindruck. Boschs Mähstrategie namens „Logicut“ hört sich in erster Linie zwar gut an, sorgt jedoch vor allem in den ersten paar Wochen eher für Kopfschütteln als einen schön gepflegt aussehenden Rasen. Befindet sich der Indego zum ersten Mal auf dem Rasen, so wird der Grundriss des Gartens zuerst analysiert und kartiert. Schön und gut, aber die immer wieder auftretenden Kalibrierungs- und Kartierungsvorgänge sind wahre Zeitfresser.

Auch scheint es so, dass sich der Rasenroboter zum Teil unsicher ist, in welche Richtung er denn nun fahren möchte. Mitten auf dem Rasen lädt der Bosch Indego so des Öfteren zum Staunen ein, indem dieser ohne ersichtlichen Grund plötzlich anfängt Pirouetten zu drehen. Mit zunehmendem Lernfortschritt ist dies zwar nicht mehr so oft der Fall, doch schlussendlich wird durch die immer wieder auftretenden Pausen und dem Nachladen der Karte der Rasen auch nicht viel schneller gemäht, als mit einem Rasenmäher Roboter, der in zufälligen Bahnen mäht.

Das ist im Lieferumfang des Bosch Indego enthalten:

  • 1 Rasenroboter Indego
  • 1 Basisstation
  • 4 verzinkte Nägel für die Befestigung der Basisstation
  • 200 Meter Begrenzungsdraht
  • 400 Kunststoffheringe zur Fixierung des Begrenzungsdrahtes
  • 1 Betriebsanleitung
  • 1 roter Isolatorschlüssel
  • 1 Netzteil
  • 1 Messlineal

 

Technische Daten des Bosch Indego

Maße (L x B x H):70 cm x 50 cm x 28 cm
Gewicht:11,1 Kilogramm
Geru00e4uschpegel:75 dB
Maximal empfohlene Rasenflu00e4che:1000 m²
Maximale Steigung:35 % (19°)
Mähmuster: Parallele Bahnen
Mähgeschwindigkeit/-leistung:45cm/Sekunde / 114 m²/h
Schnitthöhe/-breite:20 mm bis 60 mm / 26 cm
Schnitthöhenverstellung:10 Stufen
Randabstand:35 cm
Messer-/Mähsystem3-Klingen-System
Messerwechsel:Mit Schraubenzieher
Akkutyp:Lithium-Ionen
Akkuspannung/-kapazität:32,4 V / 3,0 Ah
Akku-Laufzeit/-Ladezeit:~50 Minuten / ~50 Minuten
Display:Ja
Mähzeiten pro Tag / Arbeitstage:2 / 7
Begrenzungskabel:Ja
Sensoren:Beschleunigungssensor, Navigationssensor, Wegstreckenzähler, Begrenzungsdrahtsensor, Neigungssensor, Hebesensor, Hindernissensor, Stoßsensoren, Temperatursensor
Sicherheit:Messerschnellstopp, Stoppschalter
Sonstiges:Einzigartiges Navigationssystem (Logicut), Mu00e4hspuru00fcberdeckung einstellbar, Mulchsystem, Diebstahlschutz (PIN-Code)
Preis:1.499 Euro (UVP)

Fazit zum Bosch Indego:

Bosch wirbt fleissig mit seinem intelligenten und innovativen Navigationssystem „Logicut“, doch der Test hat bewiesen, dass hier dringend Nachholbedarf besteht. Es kommt immer mal wieder vor, dass der Indego mitten auf dem Rasen stehen bleibt und den Eindruck hinterlässt, er müsse erst darüber nachdenken, welchen Grashalm er denn nun als Nächstes schneiden soll. Zwar verbessert sich diese Situation mit zunehmendem Lernfortschritt, dennoch fühlt sich die Software wie in einer Beta-Phase an. Im Hinblick auf den verhältnismäßig hohen Kaufpreis ist dies nicht zulässig und liegt sicherlich auch nicht im Interesse der Käufer. Sowohl technisch als auch von der Sicherheit her befindet sich der Bosch Indego* jedoch in einem einwandfreien Zustand – dies bringt aber leider alles nichts, wenn die Zusammenarbeit mit der Software nicht so funktioniert, wie sie sollte.

 

Bosch Indego

Bosch Indego
69

Mähen

6/10

    Handhabung

    7/10

      Umwelt/Gesundheit

      7/10

        Sicherheit

        8/10

          Preis/Leistung

          7/10

            Pros

            • Pro Tag zwei Mähzeiten
            • stabiles Gehäuse
            • Schnittbild

            Cons

            • Unausgereifte Software
            • Handbuch für Laien nur bedingt hilfreich
            • Kein Regensensor